27. September 2020

Projekt 3 – unsere Benjeshecke

Benjeshecke

Renaturierungsmaßnahmen gibt es verschiedene; neben der Blühwiese wurde beispielsweise auf Eigeniniative von Matthias eine Benjeshecke in Großwaltersdorf geschaffen.

Benjeshecke: Was ist das?
Benjeshecken oder Totholz­hecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen.

Das Prinzip der Benjeshecke besteht darin, Hecken nicht durch Neuanpflanzung, sondern durch Windanflug und durch Samen aus dem Kot rastender Vögel aufbauen zu lassen. Dazu wird Gehölzschnitt (Äste, Zweige, Reisig) durcheinander, als Haufen oder in Streifen, als Wall locker gestapelt oder besser einfach abgekippt, was wiederum dem Schutz der heranwachsenden Pflanzen dient.

 

Lebensraum für viele verschiedene Tiere
Der Vorteil der Benjeshecke ist nicht nur der Wind- und Sichtschutz: Sie bietet auch zahlreichen Tieren einen Lebensraum und dient damit als natürliches Insektenhotel . Für viele verschiedene Vogelarten bietet sie außerdem einen sicheren Brutplatz.

 

Benjeshecken in der Landwirtschaft
Benjeshecken besitzen in der Landwirtschaft eine lange Geschichte. Bauern errichteten mit ihrem Schnittgut Grenzmarkierungen und häuften es zwischen dem Acker- und Weideland an. Wer aufmerksam in der Natur unterwegs ist, wird diese natürlichen Begrenzungen vielerorts entdecken und die eine oder andere Anregung für die Gestaltung der Benjeshecke im eigenen Garten mitnehmen können.

Benjeshecke bauen: So geht’s

Möchten Sie eine Benjeshecke anlegen, brauchen Sie keine komplizierte Bauanleitung. Sammeln Sie alle natürlichen Materialien, die im Laufe einer Gartensaison anfallen, an einem Ort, an dem die Hecke später ihren Platz finden soll. Kommt nicht genügend Schnittholz zusammen, fragen Sie bei der nächstgelegenen Straßenmeisterei oder bei Waldauslichtungen nach – im Regelfall wird Ihnen hier gern kostenloses Material zur Verfügung gestellt.

Setzen Sie nun parallel zueinander zwei Reihen aus Holzpfählen senkrecht in den Boden. Oftmals genügt es, wenn Sie sie in einem Abstand von ein bis zwei Metern in den Boden bringen, sofern Sie längere Äste zur Verfügung haben. Füllen Sie nun den Zwischenraum mit Ihrem Gestrüpp. Dünneres Geäst findet auf dickerem sicheren Halt. Nach einer gewissen Zeit wird das Totholz wieder zum Leben erweckt und sorgt dafür, dass sich die einzelnen Teile zersetzen und später ein Ganzes bilden.

 

Was Totholz alles kann:

  • Bietet Unterschlupf für Igel, Blindschleichen, Eidechsen, Kröten, Insekten, Spinnen und weitere Tiere
  • Ist Futterquelle für viele Tiere im Winter
  • Hält Baumaterial bereit, beispielsweise für früh fliegende Insekten
  • Ist Gestaltungselement im Garten (zum Beispiel als Umrandung von Beeten als Dekoration oder Benjeshecke) – besonders im Winter gibt Totholz dem Garten Struktur